Kreisjägerschaft
Siegerland-Wittgenstein e.V.

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Bilanz der Rotwildjagd auf 61.000 Hektar Fläche

17. März 2018 | Kleine, mittlere und mächtige Hirschgeweihe rahmten die Wilnsdorfer Festhallte ein. Oben, auf der Bühne, die Trophäen der Klasse-1-Hirsche, der starken, alten Hirsche über 12 Jahren. Doch bei der Rotwildschau der Rotwildbezirke Siegerland-Olpe, Dill-Bergland und Wittgenstein-Schmallenberg stehen die Trophäen nur optisch im Vordergrund. Oder, wie es Ralf Bräunche von der Hegegemeinschaft Dill-Bergland auf den Punkt brachte: „Es geht hier gleichermaßen um männliche wie weibliche Stücke“.

Kein Wunder also, dass der fachliche Vortrag der Rotwildschau der Wildbiologin Dr. Christine Miller dem Muttertierschutz beim Rotwild gewidmet war. Dr. Miller stellte dabei gleich klar, dass der Elternschutz bei der Jagd in Deutschland besonders verankert sei, ungewöhnlich in der EU und keinesfalls „eine deutsche Sentimentalität“. Anhand von Beispielen verdeutlichte die Wildbiologin die Wichtigkeit der Muttertiere für die Entwicklung und das Überleben der Hirschkälber. Sie spannte den Bogen weiter über Reh- und Schwarzwild bis zu Füchsen und Marderhund. Konkret beschrieb die Wissenschaftlerin und Biologin Fehlentwicklungen, die unter dem öffentlichen Druck die Jagd beeinflussen können. Längere Jagdzeiten bedeuteten demnach nicht unbedingt weniger Wildschäden. Und unsachgemäß durchgeführte Drückjagden führten nicht unbedingt zu weniger Wildschäden im Wald.

Auch die Hegegemeinschaften in der Region für Deutschlands größtes Wildtier wollen sich der Anforderung stellen, Wildschäden im Wald durch die Hege und Bejagung zu verringern. Doch verdeutlichte Alexander Jung von der Hegegemeinschaft Siegerland-Olpe, dass Verbissschäden trotz gleichbleibender oder sogar sinkender Rotwildbestände weiter steigen. So sorgt die inzwischen ganzjährige Bejagung von Sauen für höheren Jagddruck auch auf die Hirsche. Die Nachtjagd auf Sauen sorge für die zusätzliche Beunruhigung in den Wildeinständen. Die Störung durch Freizeitsportler in bis in die Dickungen und in die Nacht hinein komme hinzu. Gleichzeitig binde die allseits geforderte Schwarzwildbejagung die Kapazitäten der Jäger.
 
In der Trophäenschau und der Jagdbilanz standen demnach die Abschusszahlen oben auf der Tagesordnung. In der Region wurden knapp 1400 der gemeinsam mit den Behörden geplanten über 1500 Abschüsse in der Saison 2017/18 erfüllt. Hier ging es auch darum, eine möglichst ausgeglichene Bilanz zwischen männlichem und weiblichem Wild zu erreichen. Alexander Jung und Helmut Ahlborn von der Hegegemeinschaft Siegerland-Olpe, Ralf Bräunche vom Dill-Bergland und Patrick Rath von der Hegegemeinschaft Wittgenstein-Schmallenberg sprachen gleichermaßen Lob an die vielen Jagdpächter und Jäger aus, da dieses Ziel weit gehend erreicht wurde.
 
In den Hegegemeinschaften sind rund 94 Prozent der Rotwildreviere auf einer Fläche von etwa 61.000 Hektar organisiert. In den Revieren, die sich dem freiwilligen Zusammenschluss bislang verweigern, sieht das Bild völlig anders aus. Die geplanten Abschusszahlen wurden hier nicht annähernd erreicht, auch wurden fast nur die männlichen Stücke erlegt. Für Alexander Jung Anlass, die Nichtmitglieder aufzufordern: „Bitte schließt Euch den Hegegemeinschaften an!“
 

Die Veranstaltung in der Wilnsdorfer Festhalle wurde von den Jagdhornbläsergruppen Weisstal und Wilgersdorf begleitet und war bis auf den letzten Platz besetzt. Später eingetroffene Gäste folgten den Vorträgen stehend.

 
 
Alexander Jung
 
 
 

Fakten:

Hegegemeinschaften sind in NRW freiwillige Zusammenschlüsse von Jägern. Beim Rotwild, dessen Streifgebiete weit über die Grenzen einzelner Reviere hinausgehen, lassen sich eine Hege und auch die Abschlussplanung nur in solchen übergreifenden Zusammenschlüssen sinnvoll organisieren. Ziel ist dabei die Sicherung eines an den Lebensraum angepassten Wildtierbestandes.
In der Region gibt es drei Rotwildbezirke mit rund 61.000 Hektar Einstandsfläche, die jährlich gemeinsam die Jagdstrecken präsentieren und über Themen rund um die Bejagung der Hirsche diskutieren. Der Rotwildbezirk Siegerland-Olpe umfasst eine Fläche von ca. 18.000 Hektar, der Rotwildbezirk Wittgenstein-Schmallenberg hat etwa 35.000 Hektar und der Rotwildbezirk Dill-Bergland etwa 8000 Hektar.
 

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