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Mahnende Worte
(Dieser Text und die Fotos stammen von Tobias Treude und wurden in der Westfalenpost Wittgenstein veröffentlicht.)
Bei der Ausstellung der Hirschgeweihe der Rotwildbezirke Siegerland-Olpe, Dill-Bergland und Wittgenstein-Schmallenbergin der Fest- und Kulturhalle in Berghausen war die Halle fast komplett gefüllt, und bevor die Zuständigen ihre Berichte vortrugen, blieb genügend Zeit, die insgesamt 278 Geweihe zu betrachten. Darunter befand sich auch der stärkste Hirsch, der von Bernd Scholl erlegt wurde und 231 Punkte erreichte. Da mit belohnte sich der gebürtige Feudinger zum 70. Geburtstag selbst.
In den Berichten fanden sich viele lobende, aber auch zahlreiche mahnende und hinweisende Worte. So bezeichnete Reinhold Klenner, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Siegen-Wittgenstein, die heimische Region als „eines der besten Rotwildgebiete in Deutschland“. Dem fügte er aber hinzu, dass man die Hirsche auch ziehen und somit auch altern lassen müsse. Die Wanderung der Hirsche „vom Albrechtsplatz bis Netphen“ verbessere auch die Qualität des Wildes durch den Blutaustausch.
Dem schloss sich auch der ehemalige Rotwildsachverständige Bernd Bahr an. „Man muss nicht jeden humpelnden Hirsch mittleren Alters erschießen. Wenn wir uns in den Finger schneiden ruft auch keiner nach dem finalen Schuss.“
Im Jahresbericht von Bahr ging es auch um die Abschusserfüllung, die hinter den Erwartungen der Jäger zurück blieb. So war für Wittgenstein-Schmallenberg das Ziel 550 erlegte Stücke Rotwild, geschafft wurden lediglich 405. Die Bezirke Dill-Bergland und Siegerland-Olpe kamen auf jeweils 75 Prozent der Abschusserfüllung. Die geringere Abschusserfüllung liege aber nicht an einem Rückgang des Rotwildes, sondern vor allem an dem frühen Wintereinbruch. Dennoch lobte er die Jäger auch, denn so wurden 30 Hirsche der Klasse I (12 Jahre und älter) in Berghausen ausgestellt, „was wohl keine zweite Schau in der Bundesrepublik schafft“.
Nach diesen Ausführungen stellte sich Bahrs Nachfolger Patrick Rath vor. Der Berufsjäger der Berleburg’schen Rentkammer ist seit Februar als Rotwildsachverständiger zuständig für den Bezirk Wittgenstein-Schmallenberg. Er wünschte sich von der Versammlung vor allem, dass das zarte Pflänzchen des Rotwildsachverstandes bei möglichst vielen zu einem Baum wachse.
Drei Jäger wurden für ihre Verdienste mit einer Medaille geehrt. Im Bezirk Siegerland-Olpe war dies Alfred Bernshausen, im Dill-Bergland ging der Preis an Manfred Schenkel und im Bezirk Wittgenstein-Schmallenberg durfte sich Bernd Bahr für seine langjährige Arbeit als Rotwildsachverständiger über die Auszeichnung freuen.
Als am Ende der Versammlung Prinz Richard zu einem Abschlusswort gebeten wurde, zeigte dieser sich wenig begeistert und hatte „keine Lust auf ein lustiges Wort zum Sonntag“. So folgten einige ernste Worte. Grund für die Verstimmung war das Rübenverbot bei der Fütterung von Schwarzwild im Winter. Wenn die Bestimmungen so blieben, sehe es nicht gut aus für die Wildbestände, so der Prinz. Viele Tiere würden im Winter verenden, auch das Problem der Abwanderung des Rotwildes nach Hessen bestehe. |